„Citius, altius, fortius!“ – Schneller, höher, weiter, so lautet wohl der Wahlspruch bei Novomatic. Auf der Stelle stehen bleiben oder mal etwas langsamer zu machen, scheint man in diesem Konzern nicht zu kennen. Daher ist es auch nicht verblüffend, dass Novomatic neue Pläne zu Spielautomaten hat. Denn das österreichische Unternehmen möchte noch mehr Automaten in Umlauf bringen und damit die eigene Monopolstellung wohl festigen und sichern. Eine Strategie hat Novomatic dafür auch schon.

Es soll mehr Video Lottery Terminals geben

Mehr Glücksspielautomaten von Novomatic sollen in Österreich ein neues Zuhause finden. Einen konkreten Plan hat Novomatic dazu auch schon. Denn es sollen mehr Video Lottery Terminals (VLT) aufgestellt werden. Bisher dürfen diese Glücksspielautomaten aber nur von den Lotterien betrieben werden, die zum Casinos Austria Konzern gehören. Aber auch dafür hat Novomatic schon einen Plan.

Novomatic ist ja bekanntlich gerade dabei, die Mehrheitsanteile an den teilstaatlichen Casinos Austria zu bekommen. Und genau das ist dabei auch der Plan für die Aufstellung der VLTs. Als Mehrheitseigner der Casinos Austria könnte man dann nämlich ganz einfach die entsprechende Konzession beantragen und schon können die Casinos Austria auch mit den Video Lottery Terminals ausgestattet werden.

Neumann sieht VLTs als Geschäftserweiterung

Der Geschäftsführer von Novomatic, Harald Neumann, sieht die Video Lottery Terminals als eine ganz tolle Geschäftserweiterung in den Casinos Austria. Schließlich sei die „klassische Lotterie die Cashcow der Casinos Austria“. Eine genaue Absprache mit dem Finanzministerium und auch mit den Landesregierungen muss es aber dennoch geben, wenn die VLTs einen Profilausbau der Casinos Austria begünstigen sollen. Schließlich sind die Casinos Austria immer noch teilstaatlich und ohne grünes Licht vom Staat geht da mal nichts. Wobei angesichts der Monopolstellung von Novomatic in Österreich diese Erlaubnis vom Staat wohl nur eine kleine Formalie sein wird.

Für den Betrieb der Lotterien haben die Casinos Austria schließlich seit jeher eine Konzession und für die „WINWIN-Automatenhallen“ muss dann auch eine Konzession ausgesprochen werden. Die VLTs sollen schließlich dort ein neues Zuhause bekommen und müssen daher auch mit einer Lotteriekonzession ausgestattet werden, damit sie legal betrieben werden können.

5000 VLT-Geräte laut Gesetz erlaubt

Was Novomatic sicherlich auch noch in die Karten spielt, ist die aktuelle Gesetzeslage in Österreich. Denn laut Gesetz dürfen in ganz Österreich maximal 5000 VLTS betrieben werden. Und derzeit liegt die Anzahl der betriebenen Geräte sehr weit darunter. So gibt es heute nur 16 WINWIN-Automatenhallen, in denen gerade einmal 650 VLT-Geräte stehen. Da ist also noch reichlich Luft nach oben für Novomatic, auch wenn die WINWIN-Sparte erst im vergangenen Jahr große Verluste von 2,4 Millionen Euro zu verbuchen hatte. Aber das lag wohl weniger daran, dass diese Sparte des Glücksspiels nicht beliebt ist, als vielmehr daran, dass es strengere Bestimmungen zum Spielerschutz gibt. Mittlerweile dürfen nämlich nicht mehr als 50 Geräte an einem Standort genutzt werden und auch die Überprüfungen bei den Einlasskontrollen sind strenger geworden. Die Lage habe sich wohl aber langsam verbessert, auch wenn noch kein Plus gemacht wird. Doch die scheint Novomatic scheinbar nicht abzuschrecken, sondern noch mehr dazu motivieren, mehr VLT-Geräte in den Umlauf zu bringen.

„Keine Bundesländersache“ bei VLT-Geräten bringt ebenfalls Vorteil

Einen Vorteil bei den VLT-Geräten gibt es allerdings, denn während das normale Glücksspiel an Spielautomaten von den Bundesländern ganz alleine geregelt werden darf, unterstehen die VLT-Geräte eben nicht den Länderbestimmungen. Das heißt, dass sie auch in Bundesländern wie Oberösterreich, Vorarlberg, Tirol, Wien und Salzburg aufgestellt werden dürfen, obwohl dort das Automatenspiel verboten ist. Aber die VLTs sind eben keine normalen Spielautomaten. Und auch in den restlichen Bundesländern, in denen per Lizenz der Betrieb von Spielautomaten erlaubt ist, wird es natürlich keine Probleme für diese Lotteriegeräte geben. Das ist sicherlich auch ein Vorteil, zumindest, wenn die VLT-Geräte dann auch schwarze Zahlen schreiben.

Kürzlich gesprochenes Urteil zur Konzessionserteilung schreckt nicht ab

Das kürzlich vom Verwaltungsgerichtshof getroffene Urteil zu den Konzessionen im Burgenland und Niederösterreich scheint Harald Neumann nicht zu beeindrucken und schon keinesfalls seine Pläne zu den VLTs zu ändern. Denn seiner Meinung nach lag die Schuld an den Verfahrensfehlern zur Konzessionserteilung nur bei den Behörden, auch wenn in diesem Zusammenhang mit Novomatic immer ein kleiner bitterer Beigeschmack bleibt, denn dass Novomatic Konkurrenz nicht haben möchte und diese auch nicht duldet, zeigt der Konzern immer wieder sehr deutlich.

Gegen die Betreiber von illegalen Spielautomaten geht Novomatic nämlich hart vor, damit zumindest diese Konkurrenz vom Markt geschwemmt wird. Mehr als 320 Klagen hat der Konzern schon gegen diese Betreiber eingereicht und ein Ende ist da sicherlich noch nicht in Sicht. Zumal sich manchmal die eine oder andere Klage auch finanziell für Novomatic richtig auszahlt und teilweise einige Betreiber große Summen an den Konzern abtreten müssen. Die Devise beim Konzern lautet also daher auch „kein Pardon“.

Wie gut, dass es auch Spieler gibt, die Novomatic verklagen und hoffentlich letztinstanzlich auch alle Recht bekommen werden. Schließlich wird Novomatic immer alle Gerichtswege ausschöpfen, bevor sich das Unternehmen geschlagen gibt. In den ersten Instanzen gab es übrigens klare Niederlagen für das Monopol. Mal sehen, was daraus noch wird, denn auch bei den Spielerklagen ist noch kein Ende des Tunnels in Sicht.